Zwei Absagen und wenige Ansagen

Beckum (scl) - Vorletzter Akt im Beckumer Karneval ist die närrische Ratssitzung am Klingeldienstag. Bei der launigen Zusammenkunft in der ehemaligen Antoniusschule geriet die Tagesordnung diesmal ordentlich durcheinander. Nicht alle Parteien konnten sich zu Wort melden.

Gericke und dem örtlichen CDU-Fraktionschef Christoph Pundt fehlten gleich zwei angemeldete Redner. Und die „Heimatlosen“-Hausband Bonsai, die den Beitrag der Grünen bestritt, erschien erst im letzten Moment. Gericke hielten seine Dienstverpflichtungen in Beelen fest, während Pundt sich wegen eines Einbruchs in seine Wohnung entschuldigen ließ. Darüber, ob den Ganoven dabei auch das Manuskript für die karnevalistische Sitzung in die Hände gefallen war, konnten die Narren um Prinz Kai-Uwe I. (Knapheide) nur Vermutungen anstellen.

Nach der Begrüßung durch Bürgermeister Dr. Karl-Uwe Strothmann stieg wie gewohnt Dachgesellschafts-Präsident Wolfgang Krogmeier in die Bütt. Die Planung einer Freilaufwiese für Hunde, die für den Kater Rumskedi fatale Forderung nach einer Kastrationspflicht für Katzen und der Streit um die Einstellung von Beigeordneten in der Verwaltung lieferten ihm den Stoff für seine humorvolle Bilanz der lokalpolitischen Affären. Hatten die Straßenmusikanten diesen Auftritt noch engagiert mit etlichen Tuschs begleitet, versiegte die musikalische Unterstützung, als Dr. Rudolf Grothues in der Rolle des „Pustefix“ das Wort ergriff. Er musste die Blasmusik aus seinem Rücken regelrecht anfordern, nachdem er sich mit der verpassten Bewerbung Beckums zur Beteiligung an der Leader-Region auseinandergesetzt hatte. Heiter stellte Grothues einen Zusammenhang zwischen dem gescheiterten Drogeriemarkt-Projekt an der Cheruskerstraße und dem fehlenden Radweg-Stück an der Hammer Straße her und witzelte über die zweiköpfige Vater-Sohn-Fraktion der FDP.

Keine eindeutige Ansage machte er zu einer möglichen Bürgermeisterkandidatur. Um eine andere Rollenverteilung ging es bei Timo Przybylak. Er outete sich als Chef seines Vaters, bevor er das Selbstverständnis der Liberalen beschwor. Seitenhiebe hielt er ansonsten für das merkwürdige Wesen „Gestaltungsmehrheit“ bereit, die sich aus SPD, Grünen und FWG im Rat zusammensetzt. Einer ihrer Vertreter, Fraktionschef Gregor Stöppel, nahm neben der Stellvertretenden Bürgermeisterin Resi Gerwing (CDU) unter anderem Karl-Heinz Przybylak (FDP) aufs Korn, dem er beste Qualitäten als Wahlkampfmanager für den CDU-Bürgermeister Dr. Karl-Uwe Strothmann bescheinigte.

 

Quelle. Die Glocke