Vor 60 Jahren geht der Prinz nach der Proklamation heim

Toni I. (Psenicka) regiert 1959

Die Spannung steigt kontinuierlich an. Auf die Frage, wer in dieser närrischen Session als Stadtprinz die Püttstadt regiert, gibt es noch keine Antwort. Spekuliert wird allerorts, doch der Name der neuen Tollität ist bislang noch nicht auf den Wettzetteln zu finden.

Noch genau 14 Tage müssen sich die Karnevalsfreunde gedulden, bis am Samstag, 16. Februar, um 20.11 Uhr der neue Prinz während der Prunksitzung im heimischen Kolpinghaus-Saal proklamiert wird. Dann werden die drei Präsidenten der Dachgesellschaft „Na, da wären wir ja wieder“, Wolfgang Krogmeier, Ralf von Wallis und Marc Lillmanstöns, den Regenten in sein schönes Amt einführen.

Dass das Geheimnis um die neue Tollität bis zur letzten Sekunde bewahrt wird, das hat in Beckum eine lange Tradition. Das war auch schon vor 60 Jahren der Fall, als in die närrische Session 1959 gestartet wurde. Damals vor sechs Jahrzehnten trug Prinz Toni I. (Psenicka) den goldenen Mantel und stand an der Spitze der Narrenschar in der westfälischen Karnevalshochburg.

Die Beckumer Rosenmontagszeitung erschien im Jahr 1959 als eine „Extra ordinäre Jubiläums-Sonderausgabe“ mit 14 Seiten. Auf der Titelseite ist ein bunter Stammbaum zu sehen – in der Spitze prostet Prinz Toni I. (Psenicka) im vollen Ornat seinem Elferrat zu.

Seine Elferratsfreunde waren verdiente Karnevalisten. An seiner Seite standen Anton Schnittker, Heinz Fuest, Herbert Wellerdick, Hans Rolf, Werner Niehaus, Franz Beyer, Robert Lütke, Bruno Israel, Berni Göcken, Walter Stienemeyer und Rudi Dieckmann. Hofmarschall war Karl Steinhoff.

Mit dem jeweiligen Gründungsjahr leuchten die Wappen am Stammbaum wie folgt: „Westfalia“ (1934), „THB Holtkamp“ (1934), „Blaues Viertel“ (1935), Fanfarenzug „Weiß-Rot“ (1957) und „Narrenpütt“ (1947).

Prinz Toni I. war als Zahnarzt Toni Psenicka damals eine allseits bekannte Persönlichkeit in der Püttstadt. Er verursachte unter dem Motto „Nichts übelnehmen“ als Prinz während der Proklamation verdutzte Gesichter: Er ging mit dem letzten Redner (Berni Brinkmann) und seiner Frau aus dem Saal und dann direkt nach Hause. Bis die Präsidenten das bemerkten, war von dem Prinzen nichts mehr zu sehen.

So etwas wird in diesem Jahr während der Prunksitzung mit Sicherheit nicht passieren. Der neue Stadtprinz bereitet sich nämlich seit Monaten voller Vorfreude auf sein Amt vor. Aus den gut unterrichteten Kreisen ist durchgesickert, dass er eventuell im Beckumer Süden wohnen könne. Zudem soll er im heimischen Karneval nicht unbekannt sein und das „Rumskedi“ lieben. Er gehört zudem mehr als einer Karnevalsgesellschaft an.